Kickende Roboter treten in Vöhringen gegeneinander an

 

VÖHRINGEN: Vermisste aufspüren, kreative Tanzeinlagen vorführen und Tore schießen: Beim Robo-Cup in Vöhringen zeigten selbstgebaute Roboter, was sie drauf haben. Königsdisziplin ist der Kick Zwei-gegen-Zwei.

 

Das Team RazZzeR des Ausrichtervereins RoCCI, das als Favorit in den „Soccer“-Wettkampf gestartet war, sorgte bereits beim Eröffnungsspiel für Aufregung: Deren Roboter hatte so viel Kraft, dass er eines der Tore aus der Verankerung riss. Kurzerhand hat der Veranstalter daraufhin auch alle anderen Spielfelder verstärkt. Im Vöhringer Kulturzentrum ist es am vergangenen Wochenende beim RoboCupJunior 2015 also ganz schön zur Sache gegangen. Mehr als 330 Jung-Robotiker traten dort mit ihren selbstgebauten Robotern in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Der Sendener Robotikverein RoCCI veranstaltet das Turnier seit 2006.

 

„Es geht darum, dass man sich hier für die deutsche Meisterschaft in Magdeburg qualifiziert“, erklärt Johannes Klotz, der zum Organisationskomitee gehört. Der RoboCupJunior Vöhringen gehört zu einer Reihe von sechs regionalen Qualifikationsturnieren, deren Sieger Ende April an den Titelkämpfen in Magdeburg teilnehmen dürfen. Die Weltmeisterschaft, zu der die besten deutschen Teams eingeladen werden, findet dieses Jahr in China statt. Die 9 bis 19 Jahre alten Teilnehmer haben alle ihre Roboter selbst geplant, gebaut und programmiert. Insgesamt hatten sich 103 Teams von 17 verschiedenen Schulen zu dem Turnier angemeldet. Die Wettkämpfe wurden in den Disziplinen „Soccer“, „Rescue“ und „Dance“ ausgetragen.

 

In der Disziplin „Rescue“ müssen die Roboter so programmiert werden, dass sie auf einem Parcours einer schwarzen Linie folgen und auch Hindernisse umfahren. Am Ende muss ein „Vermisster“ erkannt und geborgen werden. Das alles soll so schnell wie möglich geschehen. In der fortgeschrittenen Klasse müssen die Roboter den Weg durch ein Labyrinth finden. Sie sind zusätzlich mit Wärmesensoren ausgestattet, um die „Vermissten“ anhand der abgestrahlten Wärme erkennen zu können.

 

Auf der Bühne des Kulturzentrums wurden die Wettkämpfe in der Disziplin „Dance“ ausgetragen. Hierbei haben die Teams den größten Spielraum, was Konstruktion und Gestaltung der Roboter angeht. Anderes als beim „Soccer“ oder „Rescue“ steht vor allem die Optik im Vordergrund. Anhand einer eigens kreierten Choreographie sollen sich die Roboter zur Musik bewegen. Es können aber auch kleine Theaterstücke aufgeführt werden. „Der RoboCupJunior in Vöhringen gehört zu den größten Qualifikationsturnieren in Deutschland und ist eines der wenigen, das alle Ligen anbietet“, erklärt Sebastian Polly, Vorsitzender des Organisationskomitees.

 

Die Disziplin „Soccer“ war an diesem Wettkampfwochenende besonders stark vertreten. Die Roboter müssen sich selbstständig auf dem Spielfeld orientieren, den Ball finden und natürlich auch Tore schießen. Der Ball sendet Infrarotlicht aus, das von den Sensoren der Roboter erkannt wird. Je fortgeschrittener die Teams sind, desto ausgefeilter fallen auch die Ballführungs- und Schussvorrichtungen aus. Es wird entweder Eins-gegen-Eins oder Zwei-gegen-Zwei gespielt, was als Königsdisziplin gilt.

 

Weil das RoCCI-Team RazZzeR im späteren Verlauf Probleme mit den Sensoren hatte, landete es jedoch nur auf Platz fünf, qualifizierte sich damit aber dennoch für die deutsche Meisterschaft. Sieger in der Königsklasse der Soccer- Roboter wurden die Bodensee-Haie aus Markdorf. 

 

Quelle: Südwest Presse, 08.03.2015